Weniger Referendare am Gymnasium Geretsried.
14.05.12 (Nachrichten, Politik)
Im März hatte der Elternbeirat, wie in den “Nachrichten aus dem Elternbeirat” berichtet, mit dem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber Gespräche über die unzureichende Lehrerversorgung an unserem Gymnasium geführt. Nun gab es eine Antwort. Bachhuber teilte mit, dass die Anzahl der Studienreferendare in Geretsried, an den landesweiten Durchschnitt angeglichen werde und eventuell sogar leicht darunter läge. Die Presse hatte darüber berichtet.
Auf die Mitteilung des Abgeordneten antwortete nun Elternbeiratsvorsitzender Toni Lenhart in einer E-Mail. Darin dankte er Herrn Bachhuber sowie den ebenfalls involvierten Kulturstaatsekretär Bernhard Sibler im Namen des Elternbeirats für deren Einsatz.
Die Reduzierung bedeutet für unser Gymnasium eine Halbierung von derzeit zwölf Referendare auf dann etwa sechs. Eine aktuelle Umfrage der LEV besagt nämlich, dass derzeit im Landesdurchschnitt sieben Referendare an bayerischen Gymnasien unterrichten. Um deren Unterrichsstunden zu ersetzen wird eine Aufstockung der Lehrer-Planstellen nötig. Das sind umgerechnet etwa vier Vollzeit-Planstellen. Lenhart machte klar, dass es unerlässlich sei, darüber hinaus noch mehr Planstellen zuzuweisen, weil sonst nur eine Umschichtung, aber keine Verbesserung eintreten würde. Die Forderungen der Eltern wären damit nicht erfüllt.
Im Schreiben Bachhubers wurden auch die übrigen Punkte vermisst, die wir ihm beim Treffen ans Herz gelegt hatten.
1. zehn zusätzliche Vollzeit-Lehrerplanstellen,
2. vier zusätzliche Teilzeit-Lehrerplanstellen,
3. zusätzliche Aushilfsmittel und deren Entfristung,
4. Aufhebung der Stellensperrung für die Schulleitungs-Sekretärin,
5. zusätzliche Anrechnungsstunden für die Schulpsychologie sowie
6. ausreichende Mittel für Seminare.
Aufgrund der knappen Personaldecke gibt es ständige Lehrerwechsel in den Klassen, weil Lehrkräfte längere Zeit ausfallen oder die Schule verlassen. Der Elternbeiratsvorsitzende schilderte Bachhuber in diesem Zusammenhang einen aktuellen Fall:
“Erst kürzlich hat mich die Klassenelternsprecherin einer 8.Klasse informiert, dass die Mathematiklehrkraft, die in diesem Schuljahr schon einmal gewechselt hat, bis zum Jahresende ausfällt. Die Schulleitung wird vermutlich einen Ersatz finden. Das ist aber immer mit einem enormen Planungsaufwand verbunden. In der Klasse ist es nun die dritte Lehrkraft in diesem Hauptfach, darüber hinaus fanden in der Klasse bereits in mehreren anderen Fächern Lehrerwechsel statt. Das ist nur ein aktuelles Beispiel. Ich könnte noch viele weitere solcher Beispiele aus diesem Schuljahr vorlegen. Die Folge davon ist, dass bei den Schülern Lücken entstehen die, bei der Stoffdichte, bis zum Schuljahresende schwer zu schließen sind. Und die Kinder müssen sich wieder auf eine neue Lehrkraft einstellen. Das macht die Lücken auch nicht kleiner.“
Möglichst effiziente Verwaltung des Mangels, ist das die viel gerühmte Bildung am Bayerischen Gymnasium?
Das Gymnasium Geretsried wurde seit Jahren bei der Lehrerversorgung benachteiligt. Es gibt keinerlei personelle Reserven. Diese Mangelverwaltung muss endlich beendet werden!
Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, unter denen am Gymnasium in Geretsried wieder gute Bildung vermittelt werden kann, ist es dringend erforderlich die Lehrerplanstellen entscheidend aufzustocken. Toni Lenhart bat Bachhuber deshalb nachdrücklich in seinen Bemühungen nicht nachzulassen, damit dieses Ziel erreicht wird.


